Wer Bilder für das Web optimiert, steht früher oder später vor der Frage: JPG oder WebP? Beide Formate haben ihre Stärken – doch welches eignet sich wann, und lohnt der Wechsel zu WebP wirklich? Dieser Artikel erklärt die Unterschiede sachlich und praxisnah.
Das JPG-Format (auch JPEG genannt) wurde 1992 von der Joint Photographic Experts Group standardisiert. Es wurde speziell für fotografische Inhalte entwickelt und verbreitete sich rasend schnell – heute ist JPG das meistgenutzte Bildformat im Web überhaupt. Die Technologie basiert auf der diskreten Kosinustransformation (DCT), die Bildinformationen in Frequenzblöcke zerlegt und weniger sichtbare Details komprimiert.
WebP hingegen wurde 2010 von Google entwickelt und basiert auf dem VP8-Videocodec. Google veröffentlichte das Format mit dem Ziel, JPG und PNG gleichermaßen zu ersetzen – mit besserer Komprimierung bei vergleichbarer oder höherer Bildqualität. WebP unterstützt sowohl verlustbehaftete als auch verlustfreie Komprimierung sowie Transparenz und Animationen.
Die Komprimierungseffizienz ist einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Formaten. Laut Google-eigenen Tests und unabhängigen Benchmarks erreicht WebP bei verlustbehafteter Komprimierung durchschnittlich 25–35 % kleinere Dateigrößen als JPG bei vergleichbarer visueller Qualität. Bei verlustfreier Komprimierung liegt der Vorteil gegenüber PNG (nicht JPG) sogar noch höher.
In der Praxis bedeutet das: Eine JPG-Datei mit 200 KB Größe könnte als WebP mit ähnlicher Qualität nur 130–150 KB groß sein. Für Websites mit vielen Bildern – etwa Online-Shops oder Fotoportale – ergibt sich daraus eine erhebliche Ladezeiteinsparung.
JPG leidet bei starker Komprimierung unter dem typischen „Blocking-Artefakt”-Problem: Kanten und Farbübergänge wirken pixelig oder verschmiert. WebP setzt einen moderneren Komprimierungsalgorithmus ein, der diese Artefakte besser unterdrückt. Bei gleichem Qualitätssetting sehen WebP-Bilder daher in der Regel schärfer und natürlicher aus.
Bei sehr hoher Qualitätsstufe (geringe Komprimierung) sind die Unterschiede für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar. Der Vorteil von WebP kommt besonders bei mittlerer bis starker Komprimierung zum Tragen – also genau dort, wo Ladezeiten wichtig sind.
JPG wird von jedem Browser und Betriebssystem unterstützt – vollständige Kompatibilität ist garantiert. WebP hatte anfangs ein Kompatibilitätsproblem: Apple weigerte sich lange, das Format zu unterstützen. Seit Safari 14 (2020) und iOS 14 unterstützen jedoch alle modernen Browser WebP:
Ältere Browser – insbesondere Internet Explorer – unterstützen WebP nicht. Für die meisten modernen Websites ist das aber kein Problem mehr, da der globale Marktanteil des IE praktisch bei null liegt.
<picture>-Tag| Kriterium | JPG | WebP |
|---|---|---|
| Dateigröße | Mittel | Kleiner (25–35 % Einsparung) |
| Bildqualität bei Komprimierung | Artefakte bei hoher Komprimierung | Weniger Artefakte, schärfere Details |
| Transparenz | Nicht unterstützt | Unterstützt |
| Animation | Nicht unterstützt | Unterstützt |
| Browserunterstützung | Universell (100 %) | Alle modernen Browser |
| Verlustfreie Komprimierung | Nein | Ja |
| Software-Unterstützung | Sehr weit verbreitet | Zunehmend verbreitet |
| SEO / Ladezeit | Schlechter als WebP | Bessere Core Web Vitals |
Für moderne Websites ist WebP die überlegene Wahl: kleinere Dateigrößen, bessere Qualität, Transparenz und Animation in einem Format. Wer sicherstellen möchte, dass auch ältere Browser keine Probleme haben, kann mit dem HTML-<picture>-Element WebP als Primärformat und JPG als Fallback anbieten.
JPG bleibt unverzichtbar für die Kompatibilität mit älteren Systemen und für die direkte Weiterverarbeitung in professioneller Bildbearbeitungssoftware. Für alles andere ist WebP heute die bessere Wahl.
Direkt im Browser erledigen — die Datei verlässt Ihr Gerät nicht: Bild umwandeln