RTF – das Rich Text Format – ist ein Dateiformat für Textdokumente, das Formatierungen wie Fettdruck, Kursivschrift, Schriftgrößen und Farben unterstützt, dabei aber weitgehend programm- und plattformunabhängig ist. Es wurde entwickelt, um die Lücke zwischen einfachen Textdateien ohne jede Formatierung und komplexen Binärformaten wie DOC zu schließen. Auch wenn RTF heute etwas in den Hintergrund getreten ist, trifft man es noch regelmäßig in der Praxis an.
Das Rich Text Format wurde 1987 von Microsoft entwickelt. Das ursprüngliche Ziel war bescheiden, aber weitsichtig: ein Format schaffen, mit dem Textdokumente zwischen verschiedenen Textverarbeitungsprogrammen und Betriebssystemen ausgetauscht werden können – ohne dabei alle Formatierungen zu verlieren.
In einer Zeit, in der Word für DOS, WordPerfect und MacWrite um Marktanteile kämpften und jedes Programm sein eigenes Format hatte, war RTF ein gemeinsamer Nenner. Microsoft veröffentlichte die Spezifikation öffentlich, was die breite Unterstützung durch viele Programme begünstigte.
In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren war RTF auf Windows-Systemen als Standardformat des mitgelieferten Wordpad-Programms präsent. Später löste DOCX es als universelles Austauschformat ab, doch RTF ist bis heute in vielen Anwendungen verankert.
RTF ist kein Binärformat, sondern ein textbasiertes Format. RTF-Dateien bestehen aus ASCII-Text und speziellen Steuersequenzen – sogenannten Control Words – die mit einem Backslash beginnen. Eine einfache RTF-Datei sieht intern zum Beispiel so aus:
{\rtf1\ansi\deff0 {\fonttbl {\f0 Times New Roman;}}
\f0\fs24 Das ist \b fetter Text\b0 und normaler Text.}
Diese Struktur hat einen großen Vorteil: RTF-Dateien können im Notfall mit jedem Texteditor geöffnet und zumindest teilweise gelesen werden, auch wenn die Steuersequenzen sichtbar sind.
RTF hat seine Nische behalten, auch wenn es als Allzweck-Format verdrängt wurde:
RTF ist damit ein sinnvoller Kompromiss für Situationen, in denen Formatierung gebraucht wird, aber maximale Kompatibilität mit verschiedenen Programmen oder Sicherheitsbedenken (kein Makro-Risiko) Priorität haben.
RTF-Dateien lassen sich mit nahezu jeder Textverarbeitungssoftware öffnen und in andere Formate konvertieren. Microsoft Word, LibreOffice und Google Docs unterstützen RTF problemlos. Online-Konverter ermöglichen die Umwandlung in PDF, DOCX oder andere Formate ohne installierten Software.
Das Rich Text Format ist ein robustes, offenes und bewährtes Dokumentformat mit jahrzehntelanger Geschichte. Auch wenn DOCX es als bevorzugtes Format für Textdokumente abgelöst hat, hat RTF seinen Platz in spezialisierten Bereichen behalten. Seine Stärken – Textlesbarkeit, kein Makro-Risiko und breite Kompatibilität – machen es für bestimmte Anwendungsfälle nach wie vor attraktiv.
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