WebP hat sich als modernes Bildformat für das Web etabliert – doch mit AVIF ist ein starker Herausforderer auf der Bildfläche erschienen. Beide Formate versprechen kleinere Dateien bei besserer Qualität. Doch welches ist das bessere Format? Dieser Vergleich zeigt die Stärken und Schwächen beider Formate.
AVIF (AV1 Image File Format) ist ein Bildformat, das auf dem modernen AV1-Videocodec basiert – dem gleichen Codec, der bei Streaming-Diensten für hocheffiziente Videokomprimierung sorgt. Die Alliance for Open Media, zu der Apple, Google, Microsoft, Mozilla und viele andere Technologieunternehmen gehören, hat AV1 als offenen, lizenzfreien Standard entwickelt.
AVIF wurde 2019 als Bildformat standardisiert und bringt die Kompressionstechnologie aus dem Videobereich ins Standbild. Das Ergebnis: außergewöhnlich kleine Dateien bei hoher Bildqualität.
| Merkmal | WebP | AVIF |
|---|---|---|
| Basis-Technologie | VP8-Videocodec (Google) | AV1-Videocodec (Alliance for Open Media) |
| Verlustbehaftete Komprimierung | Ja | Ja |
| Verlustfreie Komprimierung | Ja | Ja |
| Transparenz | Ja | Ja |
| Animation | Ja | Ja |
| HDR-Unterstützung | Nein | Ja |
| Farbtiefe | 8 Bit | Bis 12 Bit |
| Farbgamut | sRGB | Wide Color Gamut (P3, Rec. 2020) |
| Kompressionseffizienz vs. JPEG | ~30 % kleiner | ~50 % kleiner |
| Kodiergeschwindigkeit | Schnell | Langsamer (CPU-intensiv) |
| Chrome-Unterstützung | Ja (seit 2012) | Ja (seit 2020) |
| Firefox-Unterstützung | Ja | Ja (seit 2021) |
| Safari-Unterstützung | Ja (seit 2020) | Ja (seit Safari 16, 2022) |
Unabhängige Tests zeigen durchgängig: AVIF erzeugt bei gleicher wahrgenommener Qualität deutlich kleinere Dateien als WebP. Die Einsparungen gegenüber JPEG liegen bei:
Im direkten Vergleich ist AVIF damit oft 20–30 % kleiner als WebP bei gleicher Qualität. Besonders bei niedrigen Qualitätsstufen überzeugt AVIF: Während WebP bei starker Komprimierung blockartige Artefakte zeigt, behält AVIF eine natürlichere Bildstruktur bei.
AVIF unterstützt High Dynamic Range (HDR) und Wide Color Gamut – Merkmale, die WebP vollständig fehlen. Das ist relevant für:
Für die meisten aktuellen Web-Anwendungen ist dieser Vorteil noch kaum relevant – er wird aber mit der Verbreitung von HDR-Displays wichtiger.
AVIF hat einen bedeutenden Schwachpunkt: die Kodierungsgeschwindigkeit. Das Erstellen von AVIF-Dateien ist deutlich CPU-intensiver als die WebP-Konvertierung. In der Praxis bedeutet das:
Die Dekodierkomprimierung (Anzeige im Browser) ist hingegen bei beiden Formaten vergleichbar schnell.
WebP ist reifer: Mit über 97 % globaler Browserunterstützung ist es praktisch überall verfügbar. AVIF holt auf, liegt aber noch bei etwa 90–93 % – wobei ältere Safari-Versionen und ältere Android-Browser fehlen.
Für Websites, die auf ein breites Publikum ausgerichtet sind, empfiehlt sich daher eine Fallback-Strategie:
<picture>
<source srcset="bild.avif" type="image/avif">
<source srcset="bild.webp" type="image/webp">
<img src="bild.jpg" alt="Bildbeschreibung">
</picture>
Browser wählen das erste unterstützte Format. AVIF-fähige Browser erhalten die kleinste Datei, WebP-Browser die zweitbeste Option, und ältere Browser erhalten JPEG.
Die Entwicklung zeigt klar in Richtung AVIF. Die Browserunterstützung wächst, die Encoder werden schneller, und die Tool-Integration verbessert sich kontinuierlich. Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop und GIMP unterstützen AVIF bereits. CDN-Dienste wie Cloudflare und Fastly bieten automatische AVIF-Konvertierung an.
WebP bleibt eine sichere, breit unterstützte Wahl für heute. AVIF ist der Standard von morgen. Die kluge Strategie: AVIF als primäres Format, WebP als Fallback, JPEG als letzte Sicherheitsebene.
Direkt im Browser erledigen — die Datei verlässt Ihr Gerät nicht: Bild umwandeln