E-Mail stößt schnell an ihre Grenzen — spätestens bei Dateien über 25 MB ist Schluss. Doch es gibt zahlreiche Alternativen, mit denen Sie auch große Videos, umfangreiche Projektdateien oder komplette Ordner sicher und unkompliziert teilen können. Dieser Ratgeber vergleicht die wichtigsten Dienste und hilft Ihnen, die richtige Wahl für Ihren Anwendungsfall zu treffen.
Warum E-Mail für große Dateien ungeeignet ist
E-Mail-Anhänge werden durch folgende Faktoren limitiert:
- Gängige Anbieter (Gmail, Outlook.com) erlauben maximal 20–25 MB pro E-Mail.
- Die MIME-Kodierung vergrößert Anhänge um rund 33 Prozent.
- Empfänger-Server können niedrigere Limits haben als Ihr eigener Anbieter.
- Volle Postfächer beim Empfänger blockieren zusätzlich den Empfang.
Für alles jenseits von 20 MB sind spezialisierte Dienste die bessere Wahl.
Überblick: Die wichtigsten Dienste zum Teilen großer Dateien
| Dienst |
Kostenlos bis |
Max. Dateigröße (kostenlos) |
Link-Laufzeit |
Konto erforderlich |
| WeTransfer |
2 GB pro Transfer |
2 GB |
7 Tage |
Nein (Absender) |
| Google Drive |
15 GB Gesamtspeicher |
5 TB (einzelne Datei) |
Dauerhaft (bis gelöscht) |
Ja (Google-Konto) |
| Dropbox |
2 GB Gesamtspeicher |
2 GB (kostenlos) |
Dauerhaft (bis gelöscht) |
Ja |
| OneDrive |
5 GB Gesamtspeicher |
250 GB (einzelne Datei) |
Dauerhaft (bis gelöscht) |
Ja (Microsoft-Konto) |
| Smash |
Unbegrenzt |
Keine Begrenzung |
14 Tage |
Nein |
| SendGB |
5 GB pro Transfer |
5 GB |
7 Tage |
Nein |
| iCloud Drive |
5 GB Gesamtspeicher |
50 GB (einzelne Datei) |
30 Tage (via Mail Drop) |
Ja (Apple ID) |
| pCloud |
10 GB Gesamtspeicher |
2 GB Upload (kostenlos) |
Dauerhaft |
Ja |
Die wichtigsten Dienste im Detail
WeTransfer: Unkompliziert und ohne Konto
WeTransfer ist die beliebteste Wahl für einmalige Dateiübertragungen. Sie brauchen kein Konto und können sofort loslegen.
- Vorteil: Einfachste Bedienung, kein Login nötig, international bekannt.
- Nachteil: Links laufen nach 7 Tagen ab, kein dauerhafter Speicher.
- Ideal für: Einmalige Übertragungen an Kunden oder Geschäftspartner.
Schritt-für-Schritt: Dateien mit WeTransfer senden
- Rufen Sie wetransfer.com auf.
- Klicken Sie auf „Dateien hinzufügen” und wählen Sie Ihre Datei(en) aus.
- Geben Sie die E-Mail-Adresse des Empfängers und Ihre eigene ein.
- Optional: Fügen Sie eine Nachricht hinzu.
- Klicken Sie auf „Übertragen”. Der Empfänger erhält einen Download-Link per E-Mail.
Google Drive: Dauerhafter Speicher mit starker Integration
Google Drive ist ideal, wenn Sie Dateien länger verfügbar halten oder mit mehreren Personen gleichzeitig zusammenarbeiten möchten.
- Vorteil: 15 GB kostenlos, permanente Speicherung, nahtlose Gmail-Integration.
- Nachteil: Google-Konto erforderlich (für den Absender), Datenschutzbedenken bei sensiblen Daten.
- Ideal für: Regelmäßiges Teilen, Zusammenarbeit, Projekte mit mehreren Beteiligten.
Dropbox: Professionell und zuverlässig
Dropbox bietet eine übersichtliche Benutzeroberfläche und gut funktionierende Desktop-Apps für Windows, macOS und Linux.
- Vorteil: Automatische Synchronisation, zuverlässige Desktop-Apps, gute Teamfunktionen im Bezahlplan.
- Nachteil: Nur 2 GB kostenlos — sehr limitiert.
- Ideal für: Professionelle Nutzer, die bereit sind, ein Abonnement zu zahlen.
OneDrive: Die Microsoft-Lösung
Für Nutzer des Microsoft-Ökosystems ist OneDrive die natürlichste Wahl — nahtlos in Windows, Outlook und Office 365 integriert.
- Vorteil: In Windows vorinstalliert, 5 GB kostenlos, 1 TB inklusive in Microsoft-365-Abos.
- Nachteil: Ohne Abonnement limitierter kostenloser Speicher.
- Ideal für: Windows-Nutzer und Unternehmen im Microsoft-Umfeld.
Temporäre vs. dauerhafte Freigabe-Links
Nicht jede Sharing-Methode ist für jeden Zweck geeignet. Die Wahl zwischen temporären und dauerhaften Links hat praktische und sicherheitsrelevante Konsequenzen:
| Kriterium |
Temporärer Link |
Dauerhafter Link |
| Sicherheit |
Hoch (automatisch ungültig) |
Geringer (muss manuell widerrufen werden) |
| Bequemlichkeit |
Begrenzt (Empfänger muss fristgerecht handeln) |
Hoch (immer verfügbar) |
| Geeignet für |
Einmalige Übertragungen, sensible Daten |
Gemeinsame Projekte, Referenzdokumente |
| Typische Dienste |
WeTransfer, Smash, SendGB |
Google Drive, Dropbox, OneDrive |
Sicherheitsüberlegungen beim Teilen großer Dateien
Mit dem Komfort des Online-Teilens gehen Sicherheitsverantwortlichkeiten einher:
- Sensible Daten verschlüsseln: Komprimieren Sie vertrauliche Dateien mit Passwortschutz (7-Zip, WinRAR), bevor Sie sie hochladen.
- Links nur an Vertrauenspersonen: Öffentliche Links können von jedem aufgerufen werden — verwenden Sie bei sensiblen Dokumenten die Einladungsoption (per E-Mail-Adresse).
- Ablaufdaten setzen: Viele Dienste erlauben das Setzen von Ablaufdaten für Links — nutzen Sie diese Funktion konsequent.
- Zugriffsprotokoll prüfen: Google Drive und Dropbox zeigen, wer auf eine Datei zugegriffen hat — wichtig für Compliance-Nachweise.
- DSGVO beachten: Wenn Sie personenbezogene Daten teilen, achten Sie darauf, ob der Dienst DSGVO-konform ist und seine Server in der EU betreibt.
Die richtige Wahl treffen: Entscheidungshilfe
- Einmalige Übertragung, kein Konto: WeTransfer oder Smash
- Dauerhafter Speicher, Google-Nutzer: Google Drive
- Windows / Office-Nutzer: OneDrive
- Professionell, teamübergreifend: Dropbox (kostenpflichtig) oder SharePoint
- Maximale Sicherheit: Tresorit oder ProtonDrive (Ende-zu-Ende-verschlüsselt)
Direkt im Browser erledigen — die Datei verlässt Ihr Gerät nicht: PDF-Tools